Mehr Sicherheit mit neuen Qualitätsstandards für Betonstahl-Biegebetriebe

Kerschgens-Niederlassung in Bitburg als erster Betrieb in Deutschland zertifiziert

(Bitburg.) Baustahl ist „die Seele des Betons“. Die Stahlbewehrung im Inneren des Betons hält zusammen, was zusammenhalten muss. Sie macht die kühne Architektur vieler Gebäude erst möglich. Die Güte und Beschaffenheit des einzusetzenden Bewehrungsstahls ist bereits durch unterschiedliche Vorschriften und Normen geregelt, die fachgerechte Bearbeitung, sprich das Biegen, jedoch noch nicht. Das Institut für Stahlbetonbewehrung e. V. (ISB) hat deshalb eine Zertifizierung für Biegebetriebe ausgearbeitet, die unter anderem die Einhaltung von Maßhaltigkeit, genauen Längenabmessungen und Konformität sicherstellt.

Als erster Betrieb in Deutschland wurde der Biegebetrieb am Standort Bitburg der Kerschgens Gruppe nach dem neuen Regelwerk zertifiziert. Der Werkstoffgroßhändler hatte erst 2007 mehrere Millionen Euro in die Modernisierung des Standorts investiert und dort unter anderem ein Baustahl-Biegecenter gemäß dem Qualitätssicherungssystem DIN ISO 9001:2000 eingerichtet. Neben Blankstahl, Blechen, Rohren und Profilen unterschiedlichster Güten werden in Bitburg rund 4.000 Tonnen Baustahl lagermäßig verfügbar gehalten. Von hier aus wird Bau- und Betonstahl in das gesamte Vertriebsgebiet der Kerschgens Gruppe geliefert, von Colmar über Luxemburg und die Eifel bis in den Aachener Raum und an den Niederrhein. Für den ISB Grund genug, das Unternehmen für die Pilotzertifizierung auszuwählen.

„Die Zertifizierung ist für uns mehr als der reine Beweis unseres Qualitätsstandards“, so Standortleiter Günther Henkelmann. „Wir sehen darin vor allen Dingen eine Möglichkeit unser internes Qualitätsmanagement weiter auszubauen und zu optimieren.“

Der Mehraufwand, der zum Beispiel durch zusätzliche Kontrollmessungen und eine entsprechende Dokumentation der gefertigten Teile entsteht, beziffert Henkelmann mit immerhin fünf Mann-Stunden pro Tag.

Erste Gespräche mit der Bauindustrie ergaben laut Henkelmanns Aussage ebenfalls eine sehr positive Resonanz auf das ISB-Zertifizierungsvorhaben. Die zusätzliche Qualitätssicherung gemäß der neuen Richtlinie minimiert die Reklamationen und wiegt den Zusatzaufwand mehr als auf. Damit sich die Zertifizierung nachhaltig im Markt durchsetzt, sei es aber vor allen Dingen erforderlich, dass die Bauindustrie und zum Beispiel öffentliche Auftraggeber die Vorteile für sich erkennen und in Zukunft entsprechende Nachweise von den Baustahllieferanten verlangen. „Gerade die öffentliche Hand spart enorm viel Zeit für Präqualifizierungen und eigene Überprüfungen.“ Auch Geschäftsführender Gesellschafter Manfred Kerschgens begrüßt die Initiative des ISB: „Wir verfolgen in der Gruppe seit Jahren einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess, gekoppelt mit einem weitreichenden Qualitätssicherungsprogramm. Behaupten kann das allerdings jeder. Valide werden diese Anstrengungen eben erst, wenn sie auch einer externen Überprüfung standhalten.“

Pressemitteilung der Kerschgens Gruppe, 28.11.2008